Freitag, 23. Dezember 2016

Das eigenartige und seltsame 2016

Ich möchte allen frohe und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 wünschen. 

2016... ja, das war ein eigenartiges und seltsames Jahr. 
Beim Weltgeschehen sowieso und bei mir erst recht. 

Anfang des Jahres habe ich die Scheidung eingereicht - nach einem Getrenntleben seit 2011 -, um endlich die ins stehen gekommende Lebenslinie hier zu beenden. 
Ehemals verabredet war eine einvernehmliche Scheidung. Dies wurde damals zur Trennung so verabredet und auch Schriftstücke wurden angefertigt. 

Aber nun nach dem Einreichen wurde es dramatisch. 
Es geht ja um das liebe Geld. 
Leider werden Kinder dann auch zum Spielball gemacht. Ich empfinde so etwas als schäbig. 
So kam es denn, dass meine beiden Kinder seit Februar diesen Jahres nicht mehr zu mir kommen. 
Und, was mich erschüttert hat, mit Hilfe unseres Staates. 
Von einem Rechtsstaat mag ich gar nicht mehr reden, nachdem ich hier mitbekommen habe, was so alles möglich ist. 

Menschen können sich einfach so als bedürftig einstufen lassen. 
Rechtsanwälte der Gegenseite dürfen ohne Scham aus unterste Niveau beleidigen. 
Rechtsanwälte, die zur Begutachtung von Kindern herangezogen werden, benötigen keinerlei psychologische Grundlagen - sie dürfen einem sogar ins Gesicht sagen, dass sie ein Problem damit hätten, wenn ihr Vater nun plötzlich meine, er sei eine Frau. 
Eigene Rechtsanwälte dürfen bei wichtigen mündlichen Verhandlungen einfach so einschlafen. 
Selbstständige, die ihr Projekt verlieren und nahezu drei Monate 80 Prozent der sonstigen Einnahmen verlieren, werden als vermögend angesehen, da die letzten drei Jahre großzügig berechnet werden. 

Somit kam es, dass ich ohne Einnahmen nun auch den gegnerischen Anwalt zahlen muss. Und die angeblich bedürftige Gegenseite locker und munter weiter All inklusive Urlaub genießen kann. 

Das schlimmste für mich ist jedoch der abgebrochene Kontakt zu meinen beiden Jüngsten. 
Irgendwie scheint mir, dass mein vermittelter Respekt anderen gegenüber und Liebe nicht richtig da angekommen sind. 
Oder liebt man Menschen nur wegen des Geschlechtes und einer festgelegten Norm?

Ich verstehe das nicht. 

Auf diesem Weg: 
Ich liebe euch unendlich. 
Ich habe alles versucht, dass ich euch sehen kann.  Unser Rechtsstaat verweigert dies jedoch, obwohl ich mir nie etwas habe zuschulden kommen lassen. 
Jederzeit sind meine Arme offen für Euch. Mein Herz sowieso. 


Gleichzeitig gab es dieses Jahr aber auch viele wunderbare Momente. 
Ein genialer Urlaub auf Lanzarote. 
Ein letztlich neues Projekt. 

Ich habe gelernt, mit kaum Geld zum Leben, auszukommen. 
Ich habe gelernt, dass es auch mal notwendig sein muss, Hilfen anzunehmen. 

Und das ist mehr als alles Geld der Welt und erfüllt mich mit unendlicher Dankbarkeit. 
Ich habe um mich herum liebe Menschen, die an mich denken, mir vorbehaltlos helfen. 

Aufgrund dessen, dass meine gesamten Einnahmen sofort weggingen, wurde mir geholfen, wo wohnen zu können, so dass ich mein neues Projekt überhaupt damals ohne große Einnahmen annehmen konnte. 

Wow...

Mittlerweile stabilisiert sich wieder alles. 
Ich habe so einiges erfahren und gelernt. 

Schlechtes, mit dem ich nie gerechnet habe und was auch unter meiner Vorstellungskraft liegt. 

Und Gutes, sehr viel Gutes sogar. 
Ich habe Liebe von anderen Menschen erfahren und gespürt. 

Und dafür sage ich Euch ein riesengroßes aus ganzem Herzen kommendes 

DANKE

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. <3

Eure Michelle 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Definitionen und Unterschiede Transsexualität, Transidentität,...


Manchmal ziemlich schwierig da durchzublicken - für Innenstehende und dann erst recht für Außenstehende.
Ich spreche von den Begriffen zu Transsexualität, Transidentität, Transvestitismus. Andere lasse ich da mal weg, da ich hier mein Augenmerk drauflegen möchte.

Fatal wird das Ganze dadurch, dass komplett von der Sache her unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen und vermengt werden.
Dabei wird dann der Großteil - wie so immer - als Bezugspunkt genommen, und die Minderheit, die völlig fehl am Platze in diesem Topf ist, vereinnahmt und es wird denen etwas übergestülpt, was sie gar nicht möchten und was völlig falsch ist.

Und das alles unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung und Respekt. Sozusagen unter dem Namen Genderismus.
Fremdbestimmte Selbnstbestimmung sozusagen.

Heraus kommt dann so ein neuer Begriff   Trans* (Transgender wurde anscheinend zu unpopulär).

Trans*

Sowas wie man nehme die Begriffe

- Automat
- Automobil
- Autor

und fasse dieses dann als Auto* zusammen. Was mag der Autor nun denken, wenn er nun zusammen mit dem Automaten und dem Automobil als Auto* bezeichnet wird?

Daher hier mal ein paar notwendige Begriffserklärungen:


Transsexualität:
Eine transsexuelle Frau ist eine Frau und ein transsexueller Mann ist ein Mann.
Transsexuelle Menschen wechseln kein Geschlecht, sondern gleichen lediglich körperliche Merkmale ihrem Geschlecht an soweit sie dies als für sich selbst notwendig erachten.
Hier liegt KEIN Wunsch vor, ein Geschlecht zu wechseln oder zu verändern.
Es liegt ein rein KÖRPERLICHES Thema. Sozusagen eine Variante von der von irgendwem einmal festgelegten Norm einer Frau bzw. eines Mannes.

Transidentität:
Transidente Menschen wechsel ihr Geschlecht - gehen in ein anderes Geschlecht über; zum Beispiel vom Mann zur Frau (MzF).
Oft gibt es hier ein sogenanntes Endziel, wie eine Operation im Genitalbereich, nach der sich transidente Menschen erst als Frau bzw, Mann sehen.Menschen mit noch keiner Operation im Genitalbereich wird hier oft das Geschlecht abgesprochen. Selbst tun sie dies für sich zumeist auch, da sie sich nich nicht komplett fühlen.
Es liegt ein IDENTITÄRES Thema vor.

Transvestitismus:
Transvestiten leben ihre Weiblichkeit (bei Männern) bzw. ihre Männlichkeit (bei Frauen) nur zeitweise, aberf definieren sich selbst als Mann bzw. Frau.
Es kann durchaus vorkommen, dass hier ein kompletter Übergang irgendwann erfolgt und somit Transidentität vorliegt.
Somit sind Transidentität und Transvestitismus teilweise miteinander verbunden. ÜBergänge können fließend sein.
Auch beim Transvestitismus liegt somit ein IDENTITÄRES Thema vor.


Transidentität und Transvestitismus kann man somit, wenn man dies möchte, unter einem Begriff, wie Transgender oder Trans* zusammenfassen.


Aber Transsexualität ist da schon etwas ganz anderes - so wie der "Autor" im Bildnis oben.


Sonntag, 24. Januar 2016

Ich lasse mein Leben nicht von einem Körperteil bestimmen

Tja. Wenn ich lange über eine GaOP (geschlechtsangleichende Operation) nachdenke, so kommen mir die Tränen. Sie laufen einfach so die Wangen runter. 
Somit weiß ich, es gibt ein ureigenes Thema, welches es zu bearbeiten gibt. 

Ich bin Ich und bleibe Ich
Erstmal würde eine OP nichts an mir selbst und meinem Sein ändern. Das ist schonmal Fakt. 

Optik
Ich habe kein Problem mit meinem Geschlechtsteil. Es ist nicht groß und selbst im Bikinihöschen nicht zu erkennen. 
Nackig laufe ich ja nicht durch die Straßen und habe auch nicht vor dies zu tun. ;-)

Sexualität 
Ich kann meine Sexualität ausleben und genieße diese. Ich wüsste nicht, wo sich hier was verbessern kann. 
Das Risiko ist höher, dass das Empfinden aufgrund der Operation nachlässt bis verschwindet. 


Es gibt ja bei vielen dieses genitalistisch geprägte Weltbild. 
Glied = Mann 
Vulva = Frau

Im Grunde geschaffen, um zu zeigen, wer derjenige ist, der das Sagen hat und der bestimmt in einer patriarchalischen Gesellschaft. 

Grundsätzlich kann keine OP der Welt aus einem Mann ein Frau bzw. aus einer Frau einen Mann machen. 
Man ist es oder halt nicht. Ganz simpel und einfach. 

Das Sein hat nichts mit körperlichem zu tun, außer, dass es sich hierdurch äußerlich visualisiert. 
Jeder Mensch hat im Inneren männliche und weibliche Anteile. Mal überwiegt das eine und mal das andere. Daraus bildet sich dann dass innere Geschlecht. Frau oder Mann oder ...

Ich bin Frau. Innen wie Außen. Nur, dass ich ein männliches Geschlechtsteil habe. So what?
Es gefährdet in keinster Weise mein Leben, meinen Job oder was auch immer. 
Es tritt gar nicht nach Außen in Erscheinung. 

Meinen kompletten Körper empfinde ich trotzdem als schön und durchweg ästhetisch. 

Einige Menschen sagen, sie würden erst zur Frau, wenn das Geschlechtsteil angepasst ist. 
Geht sowas überhaupt?
Wer sich sonst als Mann sieht, kann durch eine Operation doch nicht zur Frau werden innerlich (und umgekehrt natürlich auch). 
Aber vielleicht geht das wirklich bei manchen vom Kopf her (das ist Transidentität - wechseln der Identität entspricht auch dem Begriff Transgender). 

Bei mir ist es lediglich was körperliches (Transsexualität). 

Zurück zur OP-Überlegung...
Ich hätte große Angst davor. Und danach würde ich mehrere Monate bei jedem Ziepen tausend Tode sterben und Panikattacken haben. Bei Männer Einbildungskraft, was denn alles sein könnte. Ist es das wirklich wert?

Zudem ist mein Sein nicht abhängig von einem Körperteil. Das ist schon immer meine Erkenntnis. 

Ich bin glücklich, lebensfroh und führe ein tolles Leben. Das soll so bleiben. 

Ich habe nun mitbekommen, was nach einer GaOP dann so passiert. 
Täglich mehrfaches langes Dehnen (bougieren, dilatieren), damit die Öffnung nicht verengt bzw, zuwächst. 
Täglich. Wer oder was bestimmt dann das Leben?
Im Grunde dieses neue Geschlechtsteil, die Vulva. 
Und zwar ununterbrochen. 

Das möchte ich aber weiterhin nicht. Kein Körperteil soll mein Leben bestimmen.

Vielleicht helfen diese Gedanken auch anderen, um sich vollständig zu wissen und alle inneren Eigenschaften wie auch die körperlichen vollends zu einer Einheit zusammenzubekommen.   

Und bitte bitte an alle Lesenden: 
Folgende beiden Fragen sind absolut ein NoGo und verletzten die Intimsphäre eines Menschen und diesen damit:
Warst Du mal ein Mann? Warst Du mal eine Frau?
Bist Du operiert und unten stimmt alles?

Ich frag ja auch nicht jeden, ob er Geschlechtsherpes hat. 

"Die Natur macht keine Fehler. 
Fehler macht der Mensch, indem er Dinge, die die Natur erschaffen hat als unnatürlich bezeichnet."
Michelle Niwicho, 2016

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mein ganz persönlicher Wunsch für 2016


Es gibt etwas, dass ich mir für das neue Jahr wünsche. Es ist etwas persönliches an meine Eltern. 
Warum ich das hier im Blog poste?
Ganz einfach. Es spiegelt die derzeitige Realität wieder und ich bin mir sicher, dass dies ein Wunsch von ganz vielen transsexuellen Menschen ist. 
Denn seltsamerweise gibt bei den eigenen Familien das größte Fehlen an Respekt und Akzeptanz. 
Da, wo die Liebe zu einem Menschen eigentlich am Größten sein sollte. 
Wo manche in der Familie den größten Halt zuerst suchen und diesen nicht finden. 
Daher geht mein Wunsch uns alle an  

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Liebe Mama, lieber Papa,

Ich habe Euch ganz doll lieb. 
Ich finde es auch ganz toll, dass Ihr Euch sozial ehrenamtlich engagiert. 

Ich wünsche mir für 2016 auch von Euch so in meinem Sein respektiert und geachtet zu werden, wie Ihr es anderen gegenüber tut. 

Ich bin Eure Tochter. 
Jede falsche Anrede, jedes Pronomen, jedes "Er", "Der", "Micha" fühlen sich für mich wie ein Stich ins Herz an. Es tut weh. 
Ich weiß, dass Ihr mich lieb habt, aber weitet diese Liebe bitte so aus, dass Ihr mich als Eure Tochter vollends akzeptiert. 

Zeigen könnt Ihr mir dies durch Verwendung meines korrekten Namens, durch ausschließliche Verwendung von "Sie" und weiblichen Wörtern. 

Andere Menschen können dies ja auch ohne Probleme. 
Aber Ihr seid keine anderen Menschen, sondern meine lieben Eltern und ich bin Eure Tochter. 

Das mein größter Wunsch für 2016. 

In Liebe
Michelle 

Montag, 9. November 2015

Zwei der extremsten Wochen in meinem Leben

RHeute wäre ich zurückgeflogen aus Bangladesch. Ja, ich wäre. Wenn ich denn auch hingeflogen wäre. 

Die letzten Wochen waren psychisch und emotional die schlimmsten, die ich hatte. 
Heute - mit dem Termin des Rückfluges - kommt alles wieder hoch. 
Alle Ängste, alle Emotionen. Und auch ein wenig Wehmut und Traurigkeit. 

Diese Erinnerungen möchte ich hier festhalten. 

Wie alles begann
In 2013 nahm ich in Köln als Performerin beim Kunstprojekt ID-Clash teil. 
Dies hat mir emotional viel gebracht und mir geholfen, meine damalige Situation des Coming Outs zu verarbeiten und mich mit mir selbst zu befassen. 
In meine Performance legte ich damals alle meine Gefühle und Emotionen. 
Es gab ein hervorragendes Team damals. 

ID-Clash goes Bangladesch 
Anfang des Jahres dann, würde ich gefragt, ob ich mit zur Performance des Projektes nach Bangladesch komme. 
Ich überlegte und sagte "Ja". 

Mein ganzes Leben ist mittlerweile zur Normalität geworden. Privat ebenso wie beruflich. 

Ich bin dieselbe Person geblieben, die ich immer war in all den Jahren. 
Meine ganzen Interessen sind dieselben geblieben. Mein politisches Engagement, meine Hobbys. Ja, ich plane sogar wieder mit dem Turniertanztraining zu beginnen. 
Alles ruhige Normalität. Ich bin und war immer derselbe Mensch. 
Mein Äußeres hat sich für Außenstehende verändert. Ich habe es meinem inneren Selbst angeglichen. 
Ich bin Ich. 

Warum war mir wichtig in Bangladesch dabeizusein?
Ich mochte die Menschen und das Projekt. 
Ich habe mich gefreut, endlich die beiden Hijras wiederzusehen und in die Arme nehmen zu können. 

(Puh, jetzt liege ich hier gerade in der Badewanne, schreibe den Text in mein Handy, und mir kommen die Tränen.)

Ich habe mich auch weiter mit einem Thema befasst, welches sich mit der Transsexualität befasst. 
Transsexuell hat etwas mit dem Körper zu tun. Dieser passt nicht zum Inneren. Total simpel im Grunde und für mich nichts, was mein Leben unlebenswert macht. 
Im Gegenteil. Ich war und bin gezwungen, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Mich selbst zu respektieren. Konfrontationen mit anderen Menschen zu überstehen, wenn diese mal "Transe" rufen, auf mich zeigen und tuscheln, mich anstarren oder ich leise beim vorbeigehen höre: "Das ist doch ein Mann, oder?" 
Das tut unendlich weh. Zum Glück passiert mir das äußerst selten, aber es passiert. 
Und das kann so einiges ins Wanken bringen. 

Hier war mein Ansatz. 
Aufzuzeigen, dass es transsexuelle Menschen gibt. 
Und eben nicht alle Transgender bzw. transidente Menschen sind. 
Denn diese Menschen ändern ihr Geschlecht, ihre Identität. 
Und drücken transsexuellen Menschen ihr Lebenskonzept oft genug auf und sagen, dass ich doch genauso sei. Eben nicht. 
Das ist der riesengroße Unterschied. 
Ich respektiere transidente Menschen absolut. Dieses Recht verlange ich umgekehrt aber auch. 

Ich bin immer Ich
Ich bin eine Frau 
Ich bin ein Mensch 

Und genau das ist ein Ansatzpunkt für meine Teilnahme gewesen. 
Eine Riesen Möglichkeit dies aufzuzeigen. 

Auch im Projekt werde ich als transident betitelt. Als Transgender. 
Das bin ich nicht!
Aber es ist eine hervorragende Möglichkeit durch meine Texte dies aufzuzeigen. 
Gerade dieser Widerspruch zwischen Projekttitel und meinem Sein bringt Menschen zum Nachdenken. 

Und das führt zu Respekt. 
Und zeigt Unterschiede auf. 
Wunderbar. 
Emotional. 
Und eine hervorragende Sache und Umsetzung der beiden Künstler. 

Die Vorbereitungen
Viel war zu tun. 
Abklären mit der Arbeit, dass ich frei bräuchte, Arztbesuche und Abklären des Vorgehens bzgl. meiner Thrombosegefahr. Extra Schreiben mussten verfasst werden, damit ich meine Spritzen und die anderen Medikamente mit ins Handgepäck nehmen darf. Ich musste ja zweimal Heparin spritzen. Einmal vor dem Abflug und einmal in Dubai beim Zwischenstopp. 

Das Visa wurde beantragt nachdem mein Reisepass angekommen ist und ich hatte einige Proben in Köln zum Projekt, welche mich innerlich aufwühlten, da ich mich wieder mit mir selbst befasste und Neues entdeckte. 
Aber genau dieser emotionale Aspekt macht meine Performance aus. 

Ich verstehe Kunst nicht als Arbeit, sondern als das, was es ist. Visualisieren von Emotionen. Dinge, die Menschen zum Nachdenken anregen. 

Mir begann mulmig zu werden vor dem Flug, welches ich kundtat. Aber es wurde immer alles weggewischt. 

Die Woche vor dem Abflugtermin
Die Reisevorfreude war groß. 
Rikscha fahren, liebe Menschen treffen, ein fernes Land und eine ferne mir unbekannte Kultur entdecken. Und in der riesigen A380 fliegen, Dubai von oben sehen. 

Mein roter Koffer war kaputt und musste zur Reparatur. Ich kaufte mir einen neuen gelben. Gelb wird schneller gesehen auf dem Band und kann nicht so schnell geklaut werden, dachte ich. 
Vielleicht eine kleine Unbedachtsamkeit, denn gelb ist die Farbe der Angst. 

(So, nach etwas Pause mal weiterschreiben, aber ich möchte diesen Text hier zusammenhängend wiedergeben)

Die Tage vor der Woche ging ich normal arbeiten und zum Sport. Abends sagte ich dann jeweils: "So, dass war das letzte mal, dass ich beim Poledance-Training war.", "So, dass letzte Mal auf der Arbeit". Gefühlsmäßig wirklich das letzte Mal. Aber es war OK - ein ganz seltsames Gefühl.
Ich wollte meine Eltern noch einmal besuchen und sehen. Es war ein schöner Abend dort. Ich verabschiedete mich. Seltsam.

Am 21.10.2015, drei Tage vor der Reise, bekam ich dann abends eine Mail, dass sich das Team vor Ort sehr auf unsere Ankunft freut. Am Samstag soll es ja losgehen und neben mir fliegen noch eine weitere Performerin und eine Assistentin der Künstlerin mit.
Weiterhin steht in der der Mail, dass wir ja sicher bereitsd gelesen haben, dass in der letzten Zeit zwei Personen in Dhaka brutal ermordet wurden. Ein Italiener und ein Japaner, wir uns aber keine Sorgen zu machn bräuchten, da vom Goethe-Institut Sicherheitsmaßnahmen getroffen würden. Rikscha fahren und touristische Attraktionen zu besuchen, sollte nicht gemacht werden. Ebenso wird ein gestellter Fahrer uns immer zum Probeort abholen und hinbringen und sonstige Fahrten mit uns erledigen.
Na ja, Packungsbeilagen von Arzneimitteln lese ich in der Regel auch bewusst vorher nicht (da ich das Medikament dann evtl. aufgrund der massigen Nebenwirkungen gar nicht erst einnehmen würde).

So war es nun geschehen. Eine innere Panik in mir tat sich breit. Ich begann zu googlen. Es gab Bekennerschreiben des IS zu den Morden. Na toll. 
Das deutsche Aussenmi8nisterium hatte die allgemeinen Warnungen bei Auslandsreisen in muslimische Gebiete. Bei einem Telefonanruf meinerseits hielt sich der Mitarbeiter sehr bedeckt und verwies lediglich auf die Internetseite.
Andere Länder, wie Österreich hatten mehr Warnungen und rieten von Reisen ab.
Mit vielen Leuten habe ich gesprochen. Manche rieten ab, manche nicht. Ich musste selbst irgendwie zu einer Lösung kommen. Ein Zwiespalt entstand. Riesige Freude wich einer riesengroßen unüberwindbaren Panik. Angsgefühle mit der Gewißheit zu Sterben.
Ich konnte nichts gegen tun. Alpträume begannen mich zu plagen.

Ich schrieb Mails nach Bangladesch, telefonierte. Konnte teilweise beruhigt werden. Ich bekam aufmunternde Mails.
Ich wollte nach Bangladesch und so gerne beim Team sein und die Performance machen. Das war mir so wichtig.

Den Tag vor der Reise ein Alptraum, mit viel Blut. Ein Anschlag, und der Traum ist immer noch so realistisch in meiner Erinnerung, wie kaum ein Traum zuvor.
Ich sah einen großen Raum und flüchtete Treppen hoch, runter und dann in einen Außenbereich.

Ich schrieb eine Mail an die Künstlerin in Banglaesch, dass ich die Reise nicht antreten könne. Mein Koffer war gepackt. Mein Handgepäch fertig. Ich hatte noch eine Reisetasche mit Requisiten, die ich mitnehmen sollte. Was genau drin war, wusste ich nicht. Diese war mit einem Schloß verschlossen. Auch hier wuchs plötzlich die Angst, was denn passiere, wenn mich jemand nach dem Inhalt der Tasche fragen würde. Besonders in Dubai beim Zwischenstopp oder der Ankunft in Bangladesch. Sollte ich sagen: "Ich weiß es nicht, jemand hat mich gebeten, die Tasche mitzunehmen?". Und das bei den Sicherheitsvorschriften und den strengen Gesetzen? Da wurden schon andere in der Türkei wegen eines Steines ewig in dunklen Gefängnissen festgehalten.
Die Angst wuchs. Panik machte sich breit. Ich versuchte zu schlafen.
Und dachte, dass ich irgendwie diese Panik noch überwinden könne. Abwarten. Bis zum nächsten Morgen.
Meine Freundin Kristin war bei mir und gab mir ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. (Danke, danke, danke, dass Du in dieser für mich extrmen und schweren Lage für mich da warst - auch eine riesige Belastung für Dich - besonders, was dann noch folgte.).

Der Tag des Abfluges, Samstag - Mein Zusammenbruch
Das Telefon klingelte. Ich wachte auf. Ein Anruf aus Bangladesch (Bangladesch ist ja 5 Stunden weiter). Die Projektleiterin am Telefon. Ich hatte dieses Gespräch nach meiner Mail erwartet und erhoffte insgeheim beruhigende und liebevolle Worte. Denn die Koffer waren gepackt.

Anstelle dessen gab es keine Empathie (so empfand ich das, und nur das zählte in dieser Ausnahmesituation für mich). Ein mir unbekannter mitschwingender aggressiver Tonfall säuselte immer wieder, wie in einem Mantra wiederholend: "Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, ...".
Ich fing an zu wenen. Erzählte von meiner Angst und dass ich versuchen werde nach Köln zum Bahnhof zu fahren, aber wohl nich einsteigen könne. Erwidert wurde das Mantra: "Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, Setz Dich in den Zug unfahr nach Frankfurt, ...". Kristin mittlerweile sass auf dem Sofa neben mir und hörte alles mit, da das Mantra sehr laut durch den Telefonhörer schallte.
Schließlich legte ich auf.

Ich ging in die Badewanne. Heulte und machte mich danach fertig. Unverständlich für Kristin. packte ich meinen Koffer ins Auto und wir fuhren zum Kölner Hauptbahnhof. Angekommen merkte ich, es ging nicht, ich konnte nicht mit. 
Aber diese Tasche mit den Requisiten muss ja irgendwie nach Bangladesch. Also schnell damit zum Bahnsteig des ICE zum Frankfurter Flughafen.

Ich sah die andere Performerin. Fing an zu weinen und sagte ihr in voller Verzweiflung, dass ich nicht mitkönne. Sie informierte die Assistentin, die bereits im Zug sass per Handy. Ich wollte ja den Koffer loswerden.
Aber sie kam nicht raus, obwohl wir vor der Türe des Wagens standen (ich hatte den Tag davor ja noch aus eigenen finanziellen Mitteln die Platzkarten organisiert, damit keine Gefahr des Stehens im ICE bestand. Außerdem gab es in dem reservierten Abteil eine extra Ablage für Gepäckstücke gegenüber unseren Sitzen). 
Sie kam nicht. Kein anderer war da. Ich fühlte mich verlassen. Die andere Persormerin konnte mit der Tasche keine Entscheidung treffen. Stieg in den Zug. Die Tür schloss sich. der ICE fuhr los. Ich heulte. Mitten auf dem Bahnhof. Vor all den Menschen. Ach, was war mir das peinlich. Aber ich konnte nicht mehr. Das war alles zuviel.

Wir (Kristin und ich) gingen zurück zum Auto. Auf dem Weg klingelte dauernd das Handy mit der Landesvorwahl aus Bangladesch. Auf dem Weg zum Auto konnte ich nicht abnehmen. Ab mit der Requisitentasche in den Kofferraum und eingestiegen ins Auto.

Das Telefon klingelte. Ich nahm ab. Die Freisprechanlage ging an. Kristin neben mir.
Die Kölner Künstlerin schrie mich an. Sie wiederholte nur immer, dass sie die Tasche brauche. Ich war psychisch fertig. Und immer wieder einen drauf. Keine Einfühlsamkeit. Ein schrecklicher Moment für mich. Ich beendete das Gespräch. Das heulen wurde schlimmer. Ich begann laut immer wieder zu schreien. Einfach schrecklich. Ich konnte es nicht stoppen. Angst, Todesangst. Ich bekam mich in Griff. Heulte nur noch.
Wieder das Telefon. Ich nahm ab. Geschrei aus der Freisprecheinrichtung. "Die Tasche, die Tasche,...". Kristin legte auf. Mein Schreikrampf begann von neuem. Laut, immer lauter. Schließlich bekam ich mich unter Kontrolle.
Zum Glück bin ich psychisch sonst ein sehr starker und positiv eingetellter Mensch.
Ich wollte nur noch Ruhe und beschloß, mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren, um die mittlerweile für mich "blöde" Tasche loszuwerden.
Es ging also auf die Autobahn. Eine Fahtr, um psychisch was runterzukommen. Ich wurde ruhiger und der Gedanke kam "Hm. Die Koffer habe ich ja bei. Vielleicht schaffe ich es ja noch. Denn ich wollte niemandem im Stich lassen und freute mich ja auch irgendwie." . Teilweise sicher ein unlogisches Verhalten.

Gefühlschaos.

Ich informierte die beiden anderen per Telefon, dass ich die Tasche bringen würde und wir gingen dann zum Gepäck-Checkin (AirTrain hieß das glaub ich).
Wir gaben die Tasche ab und dann wurde ich am Telefon vom Mangement der Künstler gefragt, ob  ich den warten wolle, denn er komme nach Frankfurt, um mit mir über die Sache zu reden.
Ok. Eine Stunde können wir warten. Aus der einen Stunde wurden ca. drei am Frankfurter Flughafen.
Immer noch in meiner psychisch angeschlagenen Situation.

Er fragte mich, warum ich ihn nicht vorher angerufen hätte, aber ich hielt ihn immer für etwas unnahbar und gefühlskalt. Das sagte ich ihm und er erwiderte, dass das auch sein Job seie, er alles für die Erfüllung des Projektes tue.
Wir unterhielten uns. Das Gespräch war sehr beruhigend für mich und wir verblieben, uns evtl. am Montag in Köln zu treffen.

Danach verbrachte ich dann einen sehr schönen Tag mit Kristin in Frankfurt. Ich kam auf andere Gedanken.

Auch am folgenden Sonntag versuchte ich nicht an die Ereignisse zu denken. Mein Koffer war noch gepackt.
Ich informierte meine Mutter und sie erzählte mich von ihrem Alptraum vom Freitag aben. Überall lagen verstreut Sachen rum und mein großer gelber Koffer war zu sehen.
Interessant. Sie kann meine Performance und meine Installation nicht. Eine Installation mit vielen Anzugjacken und Kleidern...

Am Sonntag dann vermisste ich irgendeine nette liebe Nachricht von irgendeinem Teammitglied. Wir waren doch ein Team - oder?
Ich schrieb wen an - keine Antwort.

Auch keine Entschuldigung über ihr Verhalten von der Künstlerin mir gegenüber. Extreme Reaktionen in extremen Situationen sind ja immer verständlich. Auf beiden Seiten. Aber nichts kam. Das enttäuschte mich ein wenig.

Denn im Projekt ging es doch gerade eben um Respekt. 
Respekt vor dem Sein anderer Menschen. Vor dessen Gefühle und dessen Emotionen.

Mir kam das in den Kopf:
<<Respect a human being in all his emotions and decisions.
Have your own views and opinions calmly for yourself. 
But put your respect never depending on your own personal interests.
---------------------------------------
Respektiere einen Menschen in all seinen Emotionen und Entscheidungen. 
Habe Deine eigenen Ansichten und Meinungen ruhig für Dich. 
Aber setze Deinen Respekt nie in Abhängigkeit von eigenen persönlichen Interessen.>>

Montag dann ging es mir besser. Ich dachte, wenn es eine Möglichkeit gäbe, dann könnte ich sicher Freitg oder Samstag doch noch fliegen. Denn der Flug war kein Problem. Ich habe keine Flugangst. Platzangst habe ich, aber das kann ich über einen Fensterplatz gut kompensieren. Das funktioniert und habe ich bereits mehrfach so gehandhabt. Ich kann soga im Flugzeug schlafen.

Ich traf mich also am Mittwoch in Köln mit dem Manager. Vorher hat er mich noch gefragt, ob er einen langjährigen Freund (der beruflich Mediator ist), dazuholen könne, da dieser als vollkommen neutrale Person sicher Hilfestellung leisten könne. Ich fand die Idee nciht schlecht. Kann ja nicht schaden.
Ich verwies darauf, dass ich zur Zeit noch ziemlich labil sei und im Grunde keine endgültige Entscheidung treffen könne.
Selbst arbeiten und programmieren konnte ich nicht. So sehr hat mir das am Samstag zugesetzt.

Wir trafen uns also in Köln. Dann kam der Freund und stellte sich vor. Ein sehr sympathischer und Vertrauen erweckender Mensch. Dennoch machten mich seine ersten Sätze seiner Vorstellung kurz etwas stutzig: "Ich möchte darauf hinweisen, dass ich der langjährige Anwalt von <der Kölner Künstlerin> bin...".

Wir hatten ein gutes Gespräch. Ich sagte, dass ich sehr gerne nach Bangladesch möchte, was ja auch richtig war. Der Koffer war noch immer gepackt. Auch, dass ich Freitag oder Samstag gut fand. Da am Mittwoch aber ein Filmer vom Team noch fliegt, wurde es als besser erachtet, dass ich nicht alleine fliege. Ich sah den Sinn ein und der Flug für mich wurde auf den Mittwoch umgebucht.

Dienstag vor dem zweiten Versuch

Ich begann mich zu freuen. Die Angst verflog. Die Gewißheit meines Todes war weg. Irgendwie schwand dies der Einsicht, durch meinen Nichtflug am Samstag die Geschichte geändert zu haben - meine persönliche Geschichte.

Ich ging noch zu meiner Hausärztin. Sie riet mir aufgrund meiner psychischen Lage vom Flug ab, verschreb mir für den Notfall starke Beruhigungsmittel.
Ich arbeitete den ganzen Tag und fühlte micht wohl.

Kristin brachte mir einen Tiger - für mich ist es einer :-) - mit: 
Banghi, mein kleiner bengalischer Tiger. Der sollte mich begleiten. 


Keine Panik mehr, keine Angst - Vorfreude. Ein leichtes Kribbeln in der Bauchgegend, wie vor einer großen Prüfung. Abends kamen Angstgefühle zurück.

Der zweite Versuch 
Mittwoch früh dann in die Badewanne und mit Kristin zum Flughafen. Angst. Ich ließ die Koffer im Auto vor dem Kurzparkerparkplatz der Deutschen Bahn.
Kristin war dabei. Ich habe ihre  Fahrkarten für den ICE hin- und zurück nach Frankfurt besorgt, damit sie bei mir ist in Frankfurt am Flughafen.
Ich unterhielt mich mit dem Manager. Fing an zu weinen. Aber ich wollte die Angst überwinden und zum Flughafen.
Also schnell Koffer geholt aus dem Auto, denn in 10 Minuten ging der ICE nach Frankfurt. Unterwegs fiel mir noch mein Potemonnaie hin. Der Inhalt verteilte sich auf der Straße. Alles aufgeholt und geschafft.
Da stand er der ICE. Große Angst vor dem Einsteigen. Überwindung. Ich stieg einfach schnell ein. Ich wurde ruhiger. Meine Freude kam zurück. Welch ein Gefühlschaos.

Dann zum Check In. Die Begleitung für den Flug kam mir ein wenig hibbelig und wenig vertrauenserweckend vor. Die Angst kam zurück. Ich saß 10 Meter vom Gepäck Check In entfernt. Ich stand auf. Angst - ich wollte fliegen, aber ichschaffte es nicht, den beknackten gelben Koffer zur Abgabe zu bringen. Mein Körper blockierte einfach. Unglaublich. Ich konnte nicht dahingehen. 
Hätte ich ihn abgegeben wäre ich geflogen. Das hätte ich dann durchgezogen. Warum nur half mir niemand und schob den blöden Koffer mit mir die paar Meter zur Gepäckabgabe? Keine Chance.

Ich teilte dem Manager mit, dass ich den Koffer nicht abgeben kann und er sagte OK. Ich fiel ihm weinend um den Hals.
Emirates bekam Bescheid davon und wir gingen zum ICE zurück nach Köln. Ich kaufte mein Rückfahticket.
Der Manager saß sich nicht mehr zu uns an den Vierersitz. Er saß abeits. War in Köln nach der Verabschiedung dann schnell weg.
Wir gingen zum Auto. Und, da zwanzig Minuten nach Ablauf des 12 EUR Parktickets erst angekommen, klebte hinter dem Scheibenwischer Ein Knöllchen u 41 EUR. Na super.

Es begann mir besser zu gehen, aber arbeitsfähig war ich noch nicht wieder. So etwas habe ich noch nie erlebt und möchte es auch nie wieder erleben.

Der Koffer blieb gepackt.

Wieder keine Nachricht vom "Team". Nichts. Das tat weh. 
SMS und PNs über Facebook blieben unbeantwortet.

Meine Angst war weg
Donnerstag nun, keine Angst mehr. Gewichen einem :"Ich möchte unbedingt zum Projekt. Nach Bangladesch. Unbedingt."
Das Gefühl. Wie ganz am Anfang, als ich gefragt wurde. Ach hätte ich doch gleich gesagt, ich fliege am Freitag. 
Ich schrieb den Manager an. Keine Antwort. 
Ich rief ihn an. Er nahm nicht ab. 
Ich schrieb in Bangladesch welche an. Die Künstlerin. 
Dann kam eine Antwort, dass ich in einer halben Stunde eine Mail vom Manager bekomme und das Team sich freue, wenn ich da wäre. 

Auf diese Nachricht hin stellte sich ein Glücksgefühl ein. Ich jubelte innerlich. Ich strahlte. 

Ich dachte, notfalls zahle ich die Stornokosten oder den Hinflug. Hotel und Rückflug war ja eh alles bereits organisiert. 

Eine halbe Stunde später kam dann die Mail. 
Ich könne gerne reisen. 
Aber es sei kein Geld mehr da für Hinflug, Rückflug, Hotel und die Spesen. 
Beim Hotel wäre mir man aber gerne bei der Reservierung behilflich. 
All das, was ja im Vertrag zugesichert wurde ginge nicht mehr. 
Aber ich wollte doch jetzt so gerne. Und wäre auch sicher geflogen. 
Der Koffer war gepackt. 

Aber nichts zu machen. Das konnte ich mir finanziell gar nicht leisten. 

Nach dem Hoch wieder ein Tief. 
Ich schrieb, dass das finanziell nicht ginge. 

Nie mehr eine Antwort. Keine SMS, keine Antwort der anderen Performerin auf mein "Hallo, wie geht es Dir?"

Mein Vater hatte Freitag Geburtstag. Ich besuchte ihn gemeinsam mit Kristin. Zum ersten Mal gemeinsam bei meinen Eltern. Es war ein wunderschöner Tag. 
Abends feierten wir noch Halloween. 

Am Sonntag. Da stand er, der gepackte Koffer. Nein. Da geht doch nicht. 
Ich packte ihn aus. Hang die Sachen weg und stellte ihn in ein anderes Zimmer. 

Ein wenig immer wieder nach Bangladesch zwischendrin gegoogelt. Und was lese ich?
In einer französischen Zeitung steht, dass am 24. Oktober 2015 mehrere Bomben in Dhaka hochgegangen sind. Und der IS sich bekannt hat. 
Das war der Tag des ursprünglichen ersten Fluges. 

Mir geht es wieder super. 
Irgendwie habe ich es gelernt aus solchen Dingen Positives zu gewinnen. 

Ich hoffe, dass ich mal wieder etwas von den Menschen, mit denen mich ja mal was verbunden hat, höre. 

Ich befand mich in einer Extremsituation meines Lebens, welche ich letztendlich gut gemeistert habe und aus der ich gestärkt herausgehe. 

Heute wäre ich nun auch wieder in Deutschland gelandet. :-)

Ich liebe das Leben
Alles hat seinen Sinn 
Nichts passiert ohne Grund 
Es ist wie es ist

Freitag, 4. September 2015

Herzlichen Glückwunsch

Ich war in meinem Leben immer auf der Suche nach irgendetwas. Ich konnte mir nur nie genau sagen, wonach.

Heute vor fünf Jahren dann sah ich mich zum ersten Mal im Spiegel und wusste sofort:

 

„Das bin Ich“.

 

Und mit einem Mal war die langjährige Suche beendet.

 

Eine Zeit voller bis dahin für mich neue Dinge begann. Eine Zeit des Umbruchs.

Ich habe mich gesehen. Mein Inneres. Ich wusste nun, wer und was ich bin.

Meine Augen begannen, für jeden sichtbar, zu leuchten.

Dieses Strahlen begleitet mich nun.

 

Ich bekam die Chance, mein Inneres auch Außen leben zu können und nutzte diese.

Nach Außen hin, veränderte sich meine Art zu Sein für Beobachter vielleicht, aber ich bin immer derselbe Mensch geblieben.

Nun nicht mehr nach innen gekehrt, sondern nach außen gekehrt.

 

Die erste Zeit holte ich wohl so einiges nach, was das Leben bieten kann und war immer irgendwie vorne dabei.

Dann kam eine Zeit der Normalität und Ruhe in mein Leben.

Mein Wesen ist positiv, lebensfroh, spontan und voller Lebensfreude.

Dennoch bin ich auch tiefgründig, hochsensibel, analysierend und oft nach Lösungen suchend.

 Mich selbst reflektiere ich oft, bei dem, was ich denke und tue.

Ich vereinige zum Beispiel viele Gegensätze, und auf den ersten Blick einzeln betrachtet krasse Widersprüche, in mir.

Dies bei näherem Hinsehen aber keineswegs so, sondern macht mich zu dem, was, wie und wer ich bin – und hilft mir auf meinem Weg zur Vollständigkeit.

Ich bin stolz auf mich, dass ich diese Vereinigung zum Ganzen hinbekomme.

 

I AM WHAT I AM

ICH BIN ICH

ICH LIEBE

ICH LEBE

 

Darum ist heute ein weiterer Geburtstag in meinem Leben. Eine Geburtstag, der mir den Anlass gegeben hat, auf fünf Jahre meines Lebens zurückzublicken.

 

Und Danke zu sagen, dass ich BIN.

Danke, dass ich dieses, MEIN Leben, führen  darf und kann.

Freitag, 21. August 2015

Vollständig

Es gab im letzen Jahr eine Zeit, da fühlte ich mich energetisch über den ganzen Erdball verstreut. 
Ein unbeschreibliches Gefühl der Unvollständigkeit. 

Gleichzeitig hat sich mein Leben normalisiert. Nichts erwähnenswert Besonderes ist passiert. Einfach Alltag. 

Nun spüre ich, dass nach und nach alles zurück gekommen ist. Ich bin vollständig. 
(Vielleicht fehlen noch zwei oder drei Anteile).
Ein unsagbar tolles Gefühl. 
Ich bin vollständig. So, wie ich bin. 
Als Frau - als Mensch. 

Und das ohne eine spezielle OP oder dergleichen. 
Ich bin einfach vollständig. 
Und glücklich. 

Dazu sage ich "Danke". 

Danke, dass ich das erleben darf
Danke an all den lieben Menschen um mich 
Danke, dass ich hier in diesem Land leben darf (auch wenn noch einiges im Argen liegt)
Einfach Danke. 

Ich bin Vollständig